| Wenn
Sie unter Zöliakie leiden, könnte es sein, dass Sie auch Milchzucker
nicht vertragen, weil das nötige Verdauungsenzym (Laktase) in der
geschädigten Darmschleimhaut fehlt.
Auch
bei mir ist dies der Fall. Ich leide nebst der Zöliakie unter einer
Laktose-Intoleranz. Die Laktose-Intoleranz verursacht ähnliche Symptome
wie die Zöliakie selbst: Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall.
Um die Ernährung entsprechend anzupassen, sollten Sie daher auf jeden
Fall auch überprüfen, ob bei Ihnen eine Laktose-Intoleranz vorliegt.
Wozu
dient Laktase?
Laktase
ist ein im Dünndarm gebildetes Enzym, das dort für die Spaltung
der Laktose in ihre beiden Bausteine Glukose (Traubenzucker) und Galaktose
(Schleimzucker) sorgt. Fehlt die Laktase oder ist ihre Aktivität vermindert,
gelangt die gesamte Laktose bzw. ein Teil davon unverdaut in den Dickdarm
und wird dort von den Darmbakterien zu Säuren und Gasen abgebaut.
Was ist Laktose?
Laktose
(Milchzucker) ist ein natürlicher Bestandteil der Milch, der auch
in Rahm, Molke oder Käse enthalten ist. Laktose findet sich aber auch
an unerwarteter Stelle, da sie häufig bei der industriellen Lebensmittelproduktion
oder in Medikamenten als Zusatz verwendet wird.
Laktosehaltige Lebensmittel
-
Milch
und daraus hergestellte Speisen und Getränke, Milchpulver, Kondensmilch,
Buttermilch, Butter, Joghurt, Quark, Rahm, Molke, Eiscreme
-
Sehr wahrscheinlich
laktosehaltig sind industriell hergestellte Lebensmittel wie Fertiggerichte,
Instant-Erzeugnisse (Suppen, Saucen etc.), Gewürzmischungen, Fastfood,
Salatdressings, Brot, Gebäck, abgepackte Fleisch- und Wurstwaren oder
Margarine.
Laktosefreie
Lebensmittel
-
Obst,
Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, alle Getreidearten, Fleisch,
Fisch, Geflügel, Eier, Öl, Tee, Kaffee, Sojamilch, reine Gewürze
und Nüsse.
-
Sojamilchprodukte,
Milch aus Getreide z.B. Reismilch, Kokosmilch
-
Hartkäse
und Sauermilchkäsesorten sind im Gegensatz zu Frisch-, Hütten-,
Schmelzkäse praktisch milchzuckerfrei, da ihnen bei der Herstellung
die Molke entzogen wurde.
-
Schaf-
und Ziegenmilchprodukte sowie Milchprodukte aus Büffelmilch werden
bei Laktoseintoleranz erfahrungsgemäss gut vertragen.
Sind Medikamente
laktosehaltig?
Auch
Zahnpasten und Tabletten können Laktose enthalten. Laktose wird immer
noch als Trägermaterial von Medikamenten eingesetzt. Glücklicherweise
aber immer weniger. Bei Medikamenten versteckt sich Laktose unter den Hilfsstoffen.
Die Menge ist klein und deshalb nicht deklarationspflichtig.
Vielleicht
geht es Ihnen wie mir? Zöliakiegeplagte Menschen sind sensibel. Ich
reagiere auf kleinste Mengen Laktose oder Gluten. Da haben mir die gut
gemeinten Hinweise der Ärzte wenig geholfen, dass die Menge von Laktose
in Medikamenten so klein sei, dass „man“ es nicht merke.
Lassen
Sie sich nicht entmutigen. Fragen Sie bei Medikamenten den Arzt oder Apotheker,
ob das Präparat den Füllstoff Laktose enthält. Meine Recherchen
haben ergeben, dass einzelne Medikamentenhersteller auf den Hilfsstoff
Laktose verzichten und z.B. auf Zellulose umgestiegen sind.
Homöopathische
Tabletten bestehen fast zu 100 Prozent aus Laktose. Als Alternative empfiehlt
sich Globuli aus Traubenzucker oder homöopathische Tröpfchen
zu verwenden. Fragen Sie auch hier beim Arzt oder Apotheker nach.
Lacdigest®
Nach
dem Genuss von laktosehaltigen Lebensmitteln kann Lacdigest helfen, den
Milchzucker zu verdauen. Lacdigest sind rezeptpflichtige Kautabletten.
Fragen Sie Ihren Arzt, ob eine Einnahme bei Ihnen sinnvoll ist.
Ich
habe bis jetzt keine Literatur gefunden, wie Lacdigest im Zusammenhang
mit Zöliakie längerfristig wirkt. Ich nehme Lacdigest mit, wenn
ich reise oder wenn ich in einem Essen im Restaurant nicht sicher bin,
ob Milch oder Rahm verwendet wurde.
Grundsätzlich
halte ich es mit der Laktose aber gleich wie mit Gluten. Ich vermeide und
weiche auf laktosefreie Produkte aus. Nach dem Genuss einer feinen gluten-
und laktosefreien Mahlzeit fühle ich mich fit und munter. |